Streik am Flughafen Frankfurt: Flugausfälle und Ihre Rechte
In Frankfurt, dem größten Drehkreuz der Lufthansa, streiken abwechselnd das Personal der Lufthansa, die Luftsicherheitskräfte an den Kontrollen und die Beschäftigten von Fraport. Wer streikt, entscheidet, was Ihnen zusteht: Erstattung oder Ersatzflug und Betreuung immer, eine Entschädigung von 250 bis 600 € nur bei einem Streik des eigenen Personals Ihrer Airline.
Zuletzt aktualisiert: 16. Oktober 2026
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Die nächsten Streiks am Flughafen Frankfurt
Stand 16. Oktober 2026 ist kein Streik am Flughafen Frankfurt angekündigt. Der Tarifvertrag der Luftsicherheit läuft am 31. Dezember 2026 aus; die Verhandlungen haben im September begonnen, ver.di und dbb haben das erste Angebot abgelehnt, die nächste Runde ist am 21. Oktober 2026. Warnstreiks an den Kontrollen sind damit ab Januar 2027 möglich. Lufthansa und die Vereinigung Cockpit sind seit August 2026 in einer Schlichtung; der Tarif des öffentlichen Dienstes für die Fraport-Beschäftigten läuft bis 31. März 2027.
Wer am Flughafen Frankfurt arbeitet, und wer streiken kann
Betreiber ist Fraport. Seit dem 1. Januar 2023 verantwortet Fraport statt der Bundespolizei die Fluggastkontrollen und lässt sie von FraSec, I-SEC und Securitas durchführen; deren Beschäftigte fallen unter den Tarif der privaten Luftsicherheit. Die Bodendienste von Fraport selbst unterliegen dem Tarif des öffentlichen Dienstes. Lufthansa hat in Frankfurt ihr größtes Drehkreuz, Condor und Discover ihre Basis.
Die letzten Streiks am Flughafen Frankfurt
- 10. bis 17. April 2026: sechs Streiktage in acht Tagen bei Lufthansa, abwechselnd Flugbegleiter (UFO) und Piloten (Vereinigung Cockpit); am 10. April fielen in Frankfurt 580 Flüge aus, am 16. April 656 von 1.313 Starts und Landungen.
- 12. und 13. März 2026: Pilotenstreik bei Lufthansa; laut Fraport rund 400 von 1.165 und rund 450 von 1.225 Flügen gestrichen.
- 12. Februar 2026: Piloten und Flugbegleiter von Lufthansa streiken gemeinsam; rund 450 Flüge in Frankfurt gestrichen.
- 10. März 2025: Warnstreik von ver.di bei Fraport und in der Luftsicherheit; fast alle 1.116 geplanten Flüge gestrichen, rund 150.000 Reisende betroffen.
- 7. März 2024: Warnstreik der Luftsicherheit und des Lufthansa-Bodenpersonals am selben Tag; rund 650 von 1.170 Flügen gestrichen, Zustieg nicht möglich.
- 1. Februar 2024: Warnstreik der Luftsicherheit; kein Zustieg möglich, bis mittags über 300 Flüge gestrichen.
Warum Streiks in Deutschland so kurzfristig kommen
In Deutschland gibt es weder gesetzliche Ankündigungsfristen noch einen gesetzlichen Mindestbetrieb für Streiks an Flughäfen; das Streikrecht ist Richterrecht. Notdienste werden zwischen den Parteien vereinbart, wie bei Fraport im März 2025. In der Praxis kündigte ver.di ihre Warnstreiks etwa zweieinhalb Tage vorher an, die Gewerkschaften der Lufthansa-Piloten und -Flugbegleiter 2026 oft nur 30 bis 48 Stunden vorher.
Streik in Frankfurt: wann Ihnen eine Entschädigung zusteht
Streikt das eigene Personal Ihrer Airline, etwa die Piloten oder Flugbegleiter der Lufthansa 2026, ist das kein außergewöhnlicher Umstand (Gerichtshof der Europäischen Union, Urteil Airhelp gegen SAS, C-28/20, 2021): Die Entschädigung von 250 bis 600 € steht Ihnen grundsätzlich zu, wenn Sie weniger als 14 Tage vor Abflug von der Annullierung erfahren haben oder mit 3 Stunden oder mehr Verspätung angekommen sind. Ab Frankfurt sind das bei Langstrecken über 3.500 km 600 €.
Streiken Dritte, etwa die Luftsicherheitskräfte oder die Beschäftigten von Fraport, ist die pauschale Entschädigung in der Regel nicht geschuldet. Die Airline muss Ihnen trotzdem Erstattung oder einen Ersatzflug anbieten, dazu Mahlzeiten, Getränke und bei Bedarf ein Hotel.
Wo Sie sich beschweren
Fordern Sie die Entschädigung zuerst schriftlich bei der Airline. Lehnt sie ab oder antwortet nicht, können Sie kostenlos eine Schlichtung beantragen: bei der Schlichtungsstelle Reise & Verkehr, früher söp, wenn die Airline dort Mitglied ist, wie Lufthansa, Lufthansa City Airlines, Eurowings, Discover, Condor, SWISS, Austrian, Ryanair und easyJet; sonst bei der Schlichtungsstelle Luftverkehr beim Bundesamt für Justiz. Das Luftfahrt-Bundesamt kann Airlines mit Bußgeldern belegen, setzt aber keine Forderungen einzelner Fluggäste durch.
Häufige Fragen
Lufthansa hat meinen Flug ab Frankfurt wegen eines Streiks der Flugbegleiter gestrichen. Steht mir eine Entschädigung zu?
Grundsätzlich ja, wenn Sie weniger als 14 Tage vor Abflug informiert wurden: Ein Streik des eigenen Personals ist kein außergewöhnlicher Umstand. Die Höhe hängt von der Entfernung ab: 250, 400 oder 600 € pro Person.
Wegen des Streiks an der Sicherheitskontrolle konnte ich nicht einsteigen. Was steht mir zu?
Die Luftsicherheitskräfte sind Dritte, die pauschale Entschädigung ist daher meist nicht geschuldet. Wurde Ihr Flug gestrichen, haben Sie Anspruch auf Erstattung oder einen Ersatzflug und auf Betreuung.
Am Tag meines Fluges streikten die Luftsicherheit und das Lufthansa-Personal. Wer ist verantwortlich?
Das muss die Airline darlegen: Sie muss beweisen, dass die Annullierung auf den Streik Dritter zurückgeht und nicht auf den ihres eigenen Personals. Gelingt ihr das nicht, steht Ihnen die Entschädigung grundsätzlich zu.
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Amtliche Quellen
Die Texte, auf denen diese Seite beruht: